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Camera Orfeo Radialsystem Berlin

Camera Orfeo




Regie:
Penelope Wehrli


Von   Penelope Wehrli
Mit Aufnahmen von   Rickie Eden und Junko Wada
Barockensemble Lautten Compagney Berlin
Musikalisches Konzept   Sam Auinger und katrinem
Programmierung: Joa Glasstetter, Dominik Rinnhofer
Technische Leitung: Peter Buchheit


"If he had not looked at her, he would not have drawn her to him, and no doubt she is not there, but he himself is absent in his glance."
Maurice Blanchot "The Gaze of Orpheus"

Zu Beginn ist der Raum still. Euridice ist verschwunden. Ihr Bild hat sich aufgelöst, geblieben ist die Erinnerung. Begegnet uns im erinnerten Bild Vergangenheit? Oder die Gegenwart desjenigen, der zurückblickt? Orfeo führt Euridice aus der UnterweltŠ seinem eigenen blinden Fleck. Orfeo muss sich umdrehen, damit er Euridice immer wieder neu erfinden kann.

"camera orfeo" ist eine konzentrierte Auseinandersetzung mit neuronalen Vorgängen des Erinnerns, Löschens und Neuschaffens. Die raumgreifende Installation setzt sich aus parallelen und zugleich verknüpften Strängen zusammen und überführt Monteverdis Arie "Possento spirto"/"Orfeo son Io" in ein poetisch zirkuläres System. Dabei sind es die Bewegungen der Besucher zwischen den stetig sich bewegenden kinetischen Raumelementen, die die einzelnen Sequenzen mit Hilfe von Kamera-Tracking aktivieren und in ein Kaleidoskop aus Bildern und Lauten verwandeln können. Immer wieder überraschend und unvorhersehbar sind im Verlauf des Abends die musikalischen und visuell-choreographischen Permutationen des Materials: Die in ihre einzelnen Stimmen und Atembögen geteilte Arie, endoskopische Aufnahmen der Stimmbänder von Rickie Eden während des Singens, die fragmentierten und mehrfach projizierten Tanzfiguren von Rickie Eden und Junko Wada und ein Sound-Live-Feed aus dem urbanen Au§enraum überlagern, kommentieren und befragen sich.

"camera orfeo" verführt den Zuschauer dazu, Bild, Klang und Bewegung zu erkunden, zu rhythmisieren, zum Tanzen zu bringen, und lädt ein zu einem inspirierenden Vorgang des Erinnerns.

Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, der Schering Stiftung, des Bundesamts für Kultur, Schweiz und der Trans-Media-Akdemie Hellerau.